06 — Glossar
Fahrwerk, Bremsen und Reifen

Bremssattel

Der Bremssattel ist die Zange, die die Bremsbeläge aufnimmt und sie gegen die Bremsscheibe presst, um das Rad zu verzögern.

Kategorie
Fahrwerk, Bremsen und Reifen
Verwandte Begriffe
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Im Glossar
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Definition

Der Bremssattel ist das Bauteil einer Scheibenbremse, das den hydraulischen Druck in die Spannkraft umsetzt, mit der ein Rad verzögert wird. Im Grunde handelt es sich um eine steife Metallzange, die über die Bremsscheibe greift und die Bremsbeläge aufnimmt – einen auf jeder Seite der Scheibe. Beim Bremsen presst er diese Beläge gegen die rotierende Scheibe, und die entstehende Reibung wandelt die Bewegungsenergie des Fahrzeugs in Wärme um, sodass das Auto verzögert. Ohne den Sattel, der die Beläge hält und betätigt, könnte das Scheibenbremssystem überhaupt nicht funktionieren.

Der Bremssattel wird hydraulisch betätigt. Das Treten des Bremspedals setzt die Bremsflüssigkeit unter Druck, die durch die Bremsleitungen in den Sattel gelangt und dort auf einen oder mehrere Kolben wirkt. Diese Kolben drücken die Beläge mit erheblicher Kraft nach innen gegen die Scheibe, wobei die Hydraulik die Pedalkraft so vervielfacht, dass schon ein moderater Pedaldruck eine kräftige Klemmwirkung erzeugt. Wird das Pedal losgelassen, fällt der Druck und die Beläge lösen ihren Griff, wobei eine Dichtung um jeden Kolben dafür sorgt, dass dieser etwas zurückgezogen wird und die Beläge nicht mehr schleifen.

Es gibt zwei grundlegende Bauformen. Ein Schwimmsattel oder Faustsattel trägt seine Kolben nur auf einer Seite; während diese Kolben den inneren Belag gegen die Scheibe drücken, verschiebt die Reaktionskraft den gesamten Sattelkörper entlang von Führungsbolzen, sodass auch der äußere Belag angezogen wird. Diese Bauart ist kompakt, kostengünstig und gegenüber kleinen Lagetoleranzen unempfindlich, weshalb sie bei normalen Straßenfahrzeugen dominiert. Ein Festsattel dagegen ist starr verschraubt und trägt Kolben auf beiden Seiten der Scheibe, die die Beläge gleichzeitig von beiden Seiten andrücken.

Festsättel sind meist Mehrkolbenkonstruktionen mit zwei, vier, sechs oder sogar mehr Kolben, die rund um den Belag verteilt sind. Die Verteilung der Spannkraft auf mehrere Kolben verteilt den Druck gleichmäßiger über einen größeren Belag, verbessert das Wärmeverhalten und liefert in der Regel eine stärkere, gleichmäßigere Bremswirkung mit festerem Pedalgefühl. Deshalb werden große Mehrkolben-Festsättel mit Sport- und Oberklassefahrzeugen verbunden und sind hinter den Felgen oft in auffälligen Farben lackiert, während Alltagsfahrzeuge mit einfacheren Einkolben-Schwimmsätteln auskommen.

Bremssättel benötigen Wartung, um zuverlässig zu bleiben. Die Führungsbolzen von Schwimmsätteln müssen sauber und geschmiert bleiben, sonst kann der Sattel klemmen und ungleichmäßigen Belagverschleiß, schleifende Bremsen und ein Ziehen zur Seite verursachen – Mängel, die auch bei der TÜV-Hauptuntersuchung beanstandet werden. Kolbendichtungen können verspröden und Flüssigkeit austreten lassen, und Korrosion kann Kolben in ihren Bohrungen festsetzen. Der Sattel arbeitet im Verbund mit dem übrigen Bremssystem zusammen – mit der Scheibe, die er umschließt und die als innenbelüftete oder Carbon-Keramik-Ausführung die Wärme besser ableiten kann, sowie mit den Belägen, die er trägt – und wie alle Reibungsbremsen ist er letztlich durch seine Fähigkeit begrenzt, Wärme abzuführen, da anhaltende Überhitzung zu Bremsfading führt.

Wichtige Punkte
  • Nimmt die Bremsbeläge auf und presst sie gegen die Scheibe
  • Hydraulische Kolben drücken die Beläge beim Bremsen an
  • Es gibt Schwimmsättel und Mehrkolben-Festsättel
  • Größere Mehrkolbensättel bremsen stärker und gleichmäßiger
Auch bekannt als
caliperbrake calliper