Der Gesundheitszustand, fast immer mit SOH abgekürzt, ist die Kennzahl, die beschreibt, wie viel von der ursprünglichen Leistungsfähigkeit einer Elektrofahrzeug-Batterie nach einer gewissen Nutzungsdauer noch vorhanden ist. Ein Akku verlässt das Werk mit nominell 100 Prozent, und der SOH sinkt von dort aus mit dem Altern der Zellen allmählich ab. Da die Traktionsbatterie mit Abstand das teuerste Einzelbauteil eines Elektroautos ist, oft ein Drittel oder mehr des Fahrzeugwerts, hat sich der SOH zum wichtigsten Wert entwickelt, wenn es darum geht, den langfristigen Wert und die verbleibende Nutzbarkeit eines gebrauchten Elektroautos zu beurteilen.
In seiner gebräuchlichsten Form gibt der SOH das Verhältnis der heutigen maximalen Ladekapazität einer Batterie, gemessen in Kilowattstunden oder Amperestunden, zu der Kapazität an, die sie im Neuzustand hatte. Ein Akku, der einst 60 kWh speicherte, jetzt aber nur noch 54 kWh fasst, hat einen SOH von 90 Prozent. Manche Batteriemanagementsysteme und Diagnosewerkzeuge melden zudem einen leistungs- oder widerstandsbasierten SOH, der erfasst, wie der Innenwiderstand der Zellen mit der Zeit gestiegen ist und damit, wie bereitwillig der Akku hohe Ströme für Beschleunigung und Schnellladen liefern kann. Beide Maße müssen sich nicht gleichläufig entwickeln, doch der kapazitätsbasierte SOH ist der Wert, der in Bewertungen und Garantiefragen genannt wird.
Die praktische Bedeutung des SOH ist unmittelbar einleuchtend: Er bestimmt direkt die nutzbare Reichweite und, weniger offensichtlich, das Ladeverhalten, da ein ermüdeter Akku langsamer laden und wärmer werden kann. Für Käufer ist ein Batteriegesundheitszertifikat, das vom fahrzeugeigenen Managementsystem oder von einem unabhängigen Dienst über die Diagnoseschnittstelle erstellt wird, zu einem nahezu unverzichtbaren Bestandteil der Gebrauchtwagenprüfung geworden. Hersteller unterstreichen dies, indem sie zusichern, dass die Batterie einen bestimmten SOH behält, üblicherweise 70 Prozent über acht Jahre oder 160.000 Kilometer; ein Akku, der innerhalb dieser Frist unter den Schwellenwert fällt, kann auf Garantie instand gesetzt oder ersetzt werden.
Die Degradation, also der Prozess, der den SOH zehrt, wird sowohl von der kalendarischen Alterung als auch von der Zyklisierung getrieben. Hohe Temperaturen, häufiges DC-Schnellladen sowie gewohnheitsmäßiges Laden auf 100 Prozent oder Entladen bis leer beschleunigen den Verlust, weshalb Thermomanagement und vernünftige Ladegewohnheiten wichtig sind. Der Rückgang verläuft selten linear: Viele Akkus verlieren in den ersten ein bis zwei Jahren einige Prozent, gehen dann in ein langes, flaches Plateau über und werden gegen Ende ihres Lebens wieder steiler.
Unverzichtbar ist es, den SOH vom Ladezustand zu unterscheiden, mit dem er häufig verwechselt wird. Der Ladezustand beschreibt, wie voll die Batterie in einem bestimmten Moment ist, und schwankt mit jeder Fahrt und jedem Aufladen zwischen 0 und 100 Prozent hin und her. Der Gesundheitszustand beschreibt die Größe des Behälters selbst und ändert sich nur langsam über Jahre. Eine völlig gesunde Batterie bei 20 Prozent Ladung hat einen hohen SOH, aber einen niedrigen SOC. Zusammen mit verwandten Kennwerten wie nutzbarer Kapazität und Thermomanagement gelesen, gibt der SOH das klarste Einzelbild davon, wie viel Leben einer EV-Batterie noch bleibt.
- Prozentsatz der ursprünglichen Kapazität, die eine Batterie noch hält
- 100 % im Neuzustand; sinkt langsam mit Alter und Nutzung
- Entscheidend für die Bewertung gebrauchter EVs und für Garantiefälle
- Zu unterscheiden vom Ladezustand (wie voll sie gerade ist)